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Leben mit Kunst. Einige persönliche Tipps.

Die Liebe zur Kunst begleitet mich seit ich denken kann. Ich war immer gern in Museen und Kunstausstellungen und habe die Bilder für meine Studentenwohnung selber gemalt. Was für ein Glück ist es, einen Mann gefunden zu haben, der diese Leidenschaft teilt und mit so mit viel Kunst an den Wänden leben zu dürfen. Meine Follower auf Instagram fragen mich immer wieder nach den Bildern, die in unserem Haus zu sehen sind - und nach Tipps wo man Kunst bzw. Gemälde finden kann. Das kann ich hier aus persönlichen Gründen nur bedingt beantworten, möchte Euch aber dennoch ein wenig darüber erzählen, wie ich meine Bilder finde. Nähere Infos (Namen der Künstler, Kontakte zu anderen Künstlern) gebe ich euch auch gern per E-Mail. 

 

Tipp 1: Den richtigen Platz finden

Das große Bild, das unseren Wohnraum dominiert, ist ein Erbstück. Es gehörte meiner Schwiegermutter, die es uns aber schon zu Lebzeiten gab, da sie es nicht mehr hängen konnte. Ganz wichtig ist es nämlich nicht nur eine entsprechend große Wand zur Verfügung zu haben, sondern auch, einen Platz, der von der Sonne nicht allzu sehr beschienen wird, da das Gemälde ansonsten zu sehr darunter leiden würde.

Dieses Bild ist Leitfaden für die gesamte Einrichtung in diesem Haus. Es ist so kraftvoll, dass es gar nicht so einfach war, den Raum passend zu möblieren. Wir haben das Haus quasi um dieses Bild herum renoviert, denn die Wand an der es jetzt hängt ist in der Tat die einzig mögliche gewesen.

Den richtigen Platz für die Bilder im Haus zu finden, fand ich unglaublich schwer. Besonders schwierig war es die Bilder für die Bilderwand über unserem Sideboard zusammenzustellen. Das hat glaube ich eine Woche Kopfkino gekostet (ich richte abends im Bett in meinen Gedanken ein). Nun hängen Sie so gut, dass ich einrichtungsmässig immer etwas eingeschränkt bin, denn irgendwie wandern sie an ihre alten Plätze, an die ich sie ursprünglich intuitiv hängte immer wieder zurück. Manchmal wünschte ich mir auch etwas neutralere Wanddekoration. Aber nur wirklich ausgesprochen selten und das ist wohl der einzige Nachteil, wenn man mit Kunst lebt und sich für Bilder entscheidet. Es sei denn man hat unbegrenzt Geld zur Verfügung, um ständig neue Werke "auszustellen".  Uns ist es wichtig, dass die Bilder, die wir irgendwann gefunden haben auch mit uns leben und hängen. Auch wenn wir oft gefragt werden, ob wir keine Angst haben, dass etwas durch unsere wild spielenden drei Kinder beschädigt wird. Ganz klare Aussage: Ja, aber der Wunsch mit dieser Kunst zu leben überwiegt. Ausserdem glaube ich fest, dass die Kinder von der Umgebung profitieren und ihr Auge schulen können. 

Noch einen persönlichen Tipp zum Hängen der Bilder: (es gibt ja reichlich Anleitungen im Internet). Richtet euch nicht nach Fluchten und Linien, die durch Türen oder Möbel entstehen. Kunst steht für sich und richtet sich nicht nach Regeln und Vorgaben. Ich finde, seitdem ich das beherzige, wirkt die Anordnung viel interessanter und lebhafter. Achtet mal drauf. 

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Fussball spielen ist hier nicht erlaubt 😉

Tipp 2 Einen Stil finden

Wie finde ich nun Kunst und Bilder für mein Haus und wie finde ich mich in der großen Auswahl an künstlerischen Angeboten zurecht. Vorab eines: Was Kunst ist  und was nicht ist ja immer eine Sache des Betrachters. ("ist das Kunst oder kann das weg?")  Gut finde ich, wenn man stilistisch einen Leitfaden hat. Bei uns war es eine Gruppe von Karlsruher Künstlern, hauptsächlich Malerei. Natürlich gibt es auch immer wieder Ausnahmen von Bildern, die uns gefallen und nicht in diese Gruppe passen. Aber ein Thema macht es Dir leichter, dich zu orientieren. Ausserdem finde ich es spannend, dieses Thema zu vertiefen, und sich mit den Geschichten dahinter auseinanderzusetzen und zu lernen. 

Ich liebe zum Beispiel auch Fotokunst aber sie würde zur Einrichtung des Hauses nicht passen, da ich beim Einrichten immer Ideen oder rote Fäden verfolge, die das ganze dann stimmig machen.

Stilsiche:  Fotokunst ist der rote Faden in der Wohnung von @fedesfotos
Stilsicher: Fotokunst ist der rote Faden in der Wohnung von @fedesfotos
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Auch im Esszimmer ist tolle Fotokunst zu finden

Tipp 3 Das Auge schulen

Wie finde ich nun heraus was mir gefällt. Sicherlich ist es auch eine Frage von Talent, Kunst mit einer gewissen Qualität zu finden. Wobei auch das wieder im Auge des Betrachters liegt. Hilfreich ist es aber sicherlich Ausstellungen zu besuchen oder einmal in eine Galerie zu gehen. Eine tolle Möglichkeit sind auch Ausstellungen von Kunstakademien bei denen Werke der Studenten gezeigt werden. Besonders schön finde ich thematische Ausstellungen bei denen man verschiedene Künstler kennenlernen kann, die ein Thema interpretieren. wir besuchten zum Beispiel mit unseren Kindern eine Ausstellung zum Thema "die Kerze". Es ist so interessant verschiedene Stile zu vergleichen und dann zu überlegen, was einem persönlich gefällt. 

Aber: Es ist sicherlich sehr hilfreich, sich viel anzuschauen und auf Entdeckungsreise zu gehen und sich auf Neues einzulassen. 

Wenn Du kein professioneller Sammler bist oder in Kunst investieren willst (katalogisierte Werke sind mitunter eine beständige Wertanlage), dann gilt ganz einfach: Kaufe nur was Dir gefällt. 

 

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Ich habe gefühlt schon Jahre in Kunstsammlungen verbracht. Hier Museum Frieder Burda, Baden-Baden Quelle: widewalls.ch

Tipp 5 Vom Suchen und Finden

Kunst findet man in Galerien, auf Ausstellungen, in Museen oder - am besten - direkt beim Künstler. Es gibt aber auch alternative Wege: so bieten einige städtische Büchereien Werke regionaler Künstler zum Ausleihen oder Mieten an. Auch das Internet bietet eine Fülle von Möglichkeiten. So habe ich zum Beispiel auf dem Blog Labelfrei.me von Nina Jahn, die wunderbaren Arbeiten ihres Vaters kennengelernt. Ich hoffe, dass bald ein Gemälde von ihm hier einziehen wird. Dort bin ich auch über die Arbeiten von Angela Schulten gestolpert, die ich ganz stark finde. Ich werde sie bald auf meinem Instagram Account etwas näher vorstellen. 

Aber es muss ja nicht immer das große Format in Öl sein. Tolle Drucke von Künstlern, Grafikern und Designern ergänzen unsere Sammlung. Einige von Ihnen werde ich ebenfalls auf meinem Instagramaccount vorstellen. Den Anfang macht Sigrid Calon , die eine ganz wunderbar inspirierende Arbeit macht gefolgt von Swen Swenson , den ich über Instagram kennenlernte. 

Sehr wichtig bei Drucken und Grafiken finde ich die Qualität des Drucks und des Papiers. So etwas hat seinen Preis, der aber absolut gerechtfertigt ist und an dem ich nie sparen würde. Nichts ist ärgerlicher als eine schlechte Papierqualität, die die Farben aufsaugt und nicht leuchten lässt. 

Ganz schön sind auch individuelle Werke wie Linoldrucke (die liebe ich zur Zeit besonders) oder Zeichnungen. Auch da findet man viele tolle Künstler im Internet. Ich mag zum Beispiel die herrlich skurrilen Figuren von kittiekat total gern. 

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Wunderschöne Kunst des Vaters bei Labelfrei.ME
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Kunst von und bei Angela Schulten

 

Auch eine Möglichkeit: mal den Dachboden der Großeltern durchstöbern oder einen Flohmarkt besuchen. Miraculusa fand dort dieses Ölgemälde, dass über dem modernen Möbel doch eine ausgesprochen gute Figur macht. 

Letzter Tipp: Selber malen. Das geht natürlich auch. Ich habe früher zu meiner Studentenzeit viel gemalt, weil ich nicht das rechte fand. Allerdings möchte ich dazu sagen, dass grundsätzlich ja jeder malen kann ABER nicht jeder hat das Talent und nicht umsonst studieren Künstler viele Jahre lang. Stift und Papier kann sich jeder schnappen und malen. Und viele sagen: ach das kann ich auch. Das ist viel leichter gesagt als getan. Es sind immer die Kleinigkeiten, die den Unterschied machen (da haben wir wieder Herren Eames "The Details are not the Details"). Ein guter Strich, ein auf den Punkt gebrachtes mit wenigen Linien gezeichnetes Porträt oder eine unvergleichliches Gespür für Farbe machen den Unterschied aus. 

Mit Verlaub ist das auch bei Lumikello so. Nadel und Faden in die Hand nehmen kann jeder. Farbauswahl, Technik, eine Manufaktur aufbauen, Materialien usw. dazu gehört ein wenig mehr. Aber das nur am Rande.  

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Individuell: ein Ölbild im Kontrast zum sachlichen Möbel bei @Miraculusa
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Das gleiche Möbel mit einem schönen Druck und kunstvoller Zusammenstellung von schönen Dingen

Viel Spass!

Nun wünsche ich euch noch viel Freude beim Suchen und Finden. Bei Fragen gerne an mich wenden. Auch möchte ich Euch, liebe Kreative herzlich einladen, mir zu schreiben und Eure Kunst vorzustellen. Ich gebe das gerne weiter und stelle auch diejenigen, die mir persönlich gut gefallen vor. 

 

Fotoquellen: Friederike Gorytzka, Nina Jahn, Angela Schulten, Nicole Schulten

Herzlichen Dank!

4 Kommentare

  1. 01

    Danke für diesen tollen Blogpost, liebe Eva! Durch eine ganz besonderes engagierte Kunstlehrerin in der Grundschule wurde ich schon früh für Kunst begeistert. Wir haben Holzschnitte von einem regionalen Künstler, Fotokunst als Souvenir unserer Reisen, … – und doch muss ich mir eingestehen, dass es Jahre gedauert hat meinen Geschmack zu entwickeln. Eine stilvolle Sammlung aufzubauen braucht unglaublich viel Zeit. Ich erkenne genau, was ich mir mit Anfang zwanzig zugelegt habe, es fällt etwas aus dem Rahmen… Laura aka Kopffuesslerin

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    • Liebe Laura!
      So recht hast Du! Ich habe mich auch schon oft verirrt aber mit der Zeit entwickelt man ein Gespür für das was zählt. Gut finde ich auch, sich etwas Hilfe zu holen und viel viel zu schauen. Ausprobieren und Experimentieren schadet auch nicht und auch einmal ein Bild leihen, so wie Du mir den Tipp gegeben hast, finde ich eine großartige Möglichkeit, neue Wege zu gehen. Herzlichen Dank für die Idee.
      Viele Grüße
      Eva

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  2. Was für ein klasse Beitrag, die Kunst in eurem Zuhause ist toll und verleiht gleich immer viel mehr Persönlichkeit, finde ich.
    Kunstdrucke mag ich persönlich nicht so gerne, aber natürlich ist der Preisunterschied zum Original gravierend, daher verstehe ich den Kauf solcher.
    Ich mache meine Kunst (aus Budgetgründen) zurzeit immer selbst und ja, man merkt natürlich den Unterschied zu professionellen Künstlern, deren Werke dürfen dann hoffentlich in der Zukunft irgendwann mal bei mir einziehen. 🙂

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    • Lieber Flo!
      Ich danke Dir! Feedback ist so wichtig für mich als Hobbybloggerin. Und das ist es ja eigentlich auch ein Blog und kein Magazin wo journalistisch vollständig neutral bericht erstattet werden sollte. Herzlichen Dank Dir. Und male bitte weiter. Ich mag Deine Bilder!
      Viele liebe Grüße
      Eva

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